LPP_GoldenerHerbst

„Falscher Enkel nimmt Senior
20.000 Euro weg“

oder „80-jähriger auf offener Straße die Handtasche entrissen“ sind tägliche Schlagzeilen in den Medien. Durch solche herausgestellten Einzelfälle kann ein Bild der Bedrohung entstehen, das nicht realistisch ist.

Tatsächlich ist das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden,  vergleichsweise gering. Es gibt jedoch Delikte, von denen Seniorinnen und Senioren stärker betroffen sind als Jüngere. Dazu gehören z.B. der Handtaschenraub (zwei von drei weiblichen Opfern sind über 60 Jahre) und der Raub in Wohnungen (über ein Viertel der Opfer sind über 60 Jahre). Nach aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen entwickeln ältere Menschen zwar keine höhere Kriminalitätsfurcht, sie sind jedoch verletzlicher und leiden stärker unter den Folgen einer Straftat. Dies kann dazu führen, dass sie sich aus dem gesellschaftlichem Leben zurückziehen und ihre Lebensqualität einbüßen.

Der Anteil der Mitbürgerinnen und Mitbürger über 60 Jahre beträgt derzeit ein Viertel der Gesamtbevölkerung in NRW und er wächst stetig weiter. Bis zum Jahr 2030 wird diese Gruppe ein Drittel der Gesamtbevölkerung darstellen. Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen müssen daher vermehrt den speziellen Bedürfnissen der älteren Menschen genügen.

Die Polizei möchte mit dem Wettbewerb die Gruppe der älteren Menschen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken, auf bestehende Präventionsangebote sowie neue Ideen zur Vorbeugung von Kriminalität zum Nachteil von Seniorinnen und Senioren hinweisen und zur Nachahmung anregen.

Es gibt viele Möglichkeiten, die älteren Menschen helfen können, Kriminalitätsgefahren realistisch zu begegnen. Wertvolle Verhaltenstipps enthalten z.B. die Broschüre und der Flyer  „Der Goldene Herbst“ des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, die es kostenlos bei jeder Polizeidienststelle gibt.

Aber die Polizei kann mit ihren Vorbeugungsaktivitäten nicht alle Menschen erreichen. Wichtig ist daher die Mitwirkung der Bevölkerung, von Familien, Nachbarn, Senioren-Netzwerken u.s.w. Ihr Einsatz und ihre Kreativität zum Schutz älterer Menschen soll belohnt werden. Der Innenminister Dr. Ingo Wolf wird im April 2006 die besten Projekte und Ideen mit Geldpreisen prämieren.

Mehr Wissen für Ihre Sicherheit

Möglicherweise haben ja auch Sie schon einmal direkt oder indirekt "Bekanntschaft" mit Phänomenen der Kriminalität gemacht.

Die Erfahrung, Opfer von Kriminalität zu werden, gräbt sich tief ins Bewusstsein - mit bleibenden Folgen: Das Verhalten in risikobehafteten Situationen verändert sich, man wird vorsichtiger, "hellhöriger" und entwickelt oft so etwas wie einen "siebten Sinn". Wir wollen dazu beitragen, dass Sie nicht erst aus Erfahrung "klug" werden müssen, sondern schon im Voraus einen "Blick" dafür entwickeln, wie Sie sich und Ihr Eigentum für den Fall des Falles am besten schützen.

Wie können sich Seniorinnen und Senioren vor Kriminalität schützen?

Download Broschüre “Der Goldene Herbst”

Die farbige Broschüre (PDF 582 KB) unter dem Titel "Der goldene Herbst" bietet einfache, aber wirkungsvolle Tipps zu Sicherheitsvorkehrungen gegen Trickdiebe und -betrüger an der Wohnungstür. Darüber hinaus wird die verbraucherfreundliche Gesetzeslage bei Haustürgeschäften erläutert und zu aktiver Nachbarschaftshilfe ermutigt. Für die Sicherheit unterwegs hält der Band wertvolle Ratschläge zum Schutz vor Taschen- und Trickdieben wie etwa "Taschenträgern", vor Handtaschen- und Straßenräubern sowie vor Rowdies in öffentlichen Verkehrsmitteln bereit. Die Tücken der beliebten "Kaffeefahrten" werden ebenso erläutert wie Hinweise, wie man sich als Zeuge einer Straftat in der Öffentlichkeit zu verhalten hat.

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Landespraeventionspreis

Eine Initiative des Landeskriminalamts NRW in Kooperation mit den Kreispolizeibehörden